Pressemeldung

CatCap-Studie: Life Science und Medtech in der DACH Region

Der MedTech Branche ging es in 2013 sehr gut. Jedoch waren im letzten Jahr die M&A Aktivitäten schwächer und Equity Funding höher als zunächst erwartet. Aus diesem Grund wachsen die Exit Pipeline und der Druck für bestehende Portfolios.

Obwohl die Anzahl von Transaktionen in den Bereichen MedTech und Dienstleistungen im Gesundheitswesen anstieg, nahm die Anzahl der gesamten Transaktionen im Bereich Life Science mit Zielunternehmen aus der DACH Region um 9% von 203 Transaktionen in 2013 auf 185 in 2013 ab. Dies ist vor allem auf den starken Rückgang von Transaktionen in den Bereichen Pharma und Biotech zurückzuführen; diese gelten als wesentlich risikoreicher. Bei den Dienstleistungen im Gesundheitswesen stieg sowohl die Zahl der Equity Fundings als auch die Zahl der M&A Transaktionen, letztere nahmen um 15% im Vergleich zum Vorjahr zu.

Im Segment MedTech waren die M&A Aktivitäten niedriger und die Equity Funding Aktivitäten wesentlich höher als erwartet. Dies erstaunt auf den ersten Blick, denn die meisten privaten MedTech Unternehmen stehen gut da, haben die Markterwartungen erfüllt und sind in 2013 gewachsen. So sehen Gesellschafter wohl  keinen Grund oder nicht den geeigneten Zeitpunkt, ihre Unternehmen zu verkaufen. Dies führt für die Zukunft zu einem Nachholbedarf des M&A Marktes. Aufgrund der niedrigen M&A Aktivitäten im zurückliegenden Jahr sehen wir eine wachsende Exit Pipeline und einen wachsenden Druck für Equity Funding Portfolios.

 Die Gesamtzahl der Transaktionen, die ein MedTech Unternehmen aus der DACH Region zum Ziel hatten, stieg von 57 in 2012 auf 65 in 2013; davon kam das Zielunternehmen in 38 Transaktionen aus Deutschland, in 22 aus der Schweiz und in 3 aus Österreich. Wie schon in 2012 wurde bei mehr als der Hälfte aller Transaktionen das Deal Volumen nicht veröffentlicht. Nichtsdestotrotz sank der Mittelwert des Deal Volumens um 33% auf 2,6 Mio. EUR. 2013 gab es 20 MedTech Transaktionen mit einem Deal Volumen unter 4 Mio. EUR. Diese Zahl ist – verglichen mit insgesamt 63 Transaktionen – relativ hoch und verantwortlich für den niedrigen Mittelwert. Darüber hinaus gab es lediglich 4 Transaktionen mit einem Deal Value zwischen 4 Mio. EUR und 50 Mio. EUR.

Bei nur 20% der MedTech M&A Transaktionen waren Finanzinvestoren die Käufer. Für Finanzinvestoren scheint dieses Segment schwierig zu sein. Mögliche Gründe sind:

- Der Anlagehorizont der Fonds passt oft nicht zusammen mit dem Investitionszyklus der Zielunternehmen

- Komplexe Technologien und Produktanwendungen machen die Risikobewertung schwierig

- Das Pricing ist in der Regel hoch

In 2013 wurden mehr M&A Deals abgeschlossen, bei denen ein Unternehmen aus der DACH Region im Ausland investiert, als dass ausländische Unternehmen in der DACH Region investiert hätten. Das größte Investment eines Unternehmens aus der DACH Region war die Akquisition von Conceptus in den USA durch Bayer Health Care mit einem Deal Volumen von 850 Mio. EUR. Während Unternehmen aus der DACH Region in 2012 international investierten, z.B. in Brasilien, Kanada und Malaysia, lag der Fokus in 2013 auf europäischen Unternehmen aus Frankreich, Italien und Spanien. Dass ausländische Unternehmen in 2013 zurückhaltender als im Vorjahr waren, mag durch Herausforderungen in deren Heimatmärkten zu erklären sein.

Die größten Deals waren der Zukauf der Heraeus Kulzer GmbH, einem deutschen Hersteller von zahnmedizinischen Produkten, durch das japanische Technologie-Konglomerat Mitsui Chemical für 450 Mio. EUR und die Akquisition des innovativen Schweizer Unternehmens Endosense SA durch St. Jude Medical für 263 Mio. EUR. Endosense hat zum Ziel, die Effizienz, Sicherheit und Reproduzierbarkeit von Katheterablationen zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen zu verbessern. 2013 hat keinen Megadeal hervorgebracht, wie durchaus in vorherigen Jahren üblich. Es ist jedoch nur eine Frage der Zeit, bis der M&A Markt beginnt, seinen Rückstand aufholt.

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